Dienstag, 28. Oktober 2008

Leerkörper

Momentan bin ich gerade noch völlig baff, wie nett, höflich und zuvorkommend die Menschen sind, die unseren Nachwuchs mit Wissen vollstopfen dürfen. Heute morgen im Kindergarten fragte ich eine Erzieherin, ob es tatsächlich so sei, dass meine Tochter seit 1 Woche in der Vorschulgruppe mitmache. Sie bestätigte es und sagte mir so nebenbei, dass meine Tochter ein sogenanntes Kann-Kind sei, was die Einschulung beträfe. Sie kann nächstes Jahr im Herbst eingeschult werden, muss es aber nicht. Sie wäre dann fünfeinhalb.

Dieser Gedanke beschäftigte mich jetzt natürlich, da ich immer der Meinung war, es sind ja noch zwei Jahre bis dahin, aber auf einmal kam mir das Ganze doch schon sehr nah vor. Also rief ich auf gut Glück mal bei der für uns zuständigen Grundschule an, um mal zu hören, ob es vielleicht Elterninformationsabende gibt für Eltern von Kann-Kindern. Ich wollte wissen, ob diese Kann-Kinder zunächst mal in einer Klasse gebündelt werden oder ob sie gleich in einer richtigen Schulklasse landen. Ich wollte wissen, wie es ist, wenn das Kind dann doch zu früh eingeschult wurde und sich nicht zurecht findet. Ich hatte einfach jede Menge Fragen, die sich für mich nicht aus sich selbst heraus beantworten ließen, da sich seit meiner Schulzeit einfach zuviele Dinge im Schulsystem geändert haben. Was liegt dann näher, als sich direkt bei der Schule zu informieren.

Guten Mutes wählte ich also die Rufnummer der zuständigen Schule, auch wenn gerade Herbstferien sind. Aus Datenschutzgründen werde ich jetzt natürlich keine Klarnamen nennen, sondern lediglich Pseudonyme einsetzen. Es versteht sich natürlich von selbst, dass jegliche Ähnlichkeit mit gestorbenen, wieder auferstandenen oder sonstigen Personen rein zufällig ist und rein gar nichts mit dem hier beschriebenen zu tun hat. Falls ich hier noch etwas zu erwähnen vergaß, damit meine Hände nach wie vor in Unschuld gewaschen sind, dann tritt ab sofort die Salvatorische Klausel in Kraft, die alles gesagte gültig sein lässt, auch wenn etwas dabei ist, was ungültig ist. So. Weiter im Text.

Ich rief also bei der Schule an, vormittags um 10:30 Uhr. Es meldete sich eine männliche Stimme kurz, knapp und klar mit "Lang, Kriecherschule." - Ich sagte daraufhin auch meinen Namen, begrüßte den Menschen am anderen Ende des Telefons höflich und versuchte, mein Anliegen in einen Satz zu packen. Der Mensch am anderen Ende setzte mich gleich mit dieser Sparbegrüßung innerlich unter Druck, so dass ich eben versuchte, ohne Umschweife zur Sache zu kommen. Dann wartete ich. Außer einem Summen wie von einem Abhörgerät vernahm ich nichts in der Leitung. "Hallo?" - Schweigen. "Sind Sie noch dran?" - "Ja, ich höre." Das ganze mit dem unwiderstehlichen Charme eines Obergerichtsvollziehers. Das Sprachzentrum meines Denkapparates wollte mir jetzt dauernd so ein Wort mit "A" am Anfang und am Ende ein "loch" einflüstern, aber ich konnte mich noch beherrschen.

Ich sprach nochmal weiter, stellte meine Fragen. Wieder Schweigen, kein Signal am anderen Ende der Leitung, dass da ein Mensch dran ist und zuhört. Dieser Mann hat wohl noch nie etwas von "aktivem Zuhören" gehört, sonst hätte er wohl hin und wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben, und sei es auch nur in Form eines "ja" oder "mhm".

Ich dachte mir "du kannst mich mal" und änderte meine ohnehin schon etwas strenger klingende Tonlage vollends in Richtung Domina. Nach und nach taute der Knabe auf und beantwortete mir allmählich meine Fragen, auch wenn ich die eine oder andere Frage dreimal stellen musste, bevor ich eine zufriedenstellende und vor allem informative Antwort darauf bekam.

Irgendwann warf ich ein, dass ich selbst als Kind auf die "Kriecherschule" gegangen bin, aber das schon eine Weile her sei und sich mittlerweile das eine oder andere sicherlich im Schulsystem geändert habe. Um meine dreiste Behauptung auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, fragte er mich, wer denn seinerzeit Rektor an der Schule war. Auch den konnte ich ihm nennen, den Herrn Engel, der womöglich mittlerweile bei selbigen weilt. Daraufhin bekam ich zur Antwort, er sei dessen Nachfolger. "Der direkte Nachfolger?", fragte ich. "Ja." - Das gab mir Hoffnung, dass er es wohl auch nicht mehr allzu lange in diesem Amt machen würde und sei es nur, weil er dann demnächst wahrscheinlich in den Ruhestand gehen wird.

Irgendwann fragte er mich dann die üblichen Sachen wie Name, Adresse und Daten des Kindes ab. Meinen Namen durfte ich ihm buchstabieren, da er ihn auch nach dem 3. Mal noch nicht richtig verstanden hat. Und ich vergewisserte mich dann nochmal bei ihm, obwohl ich genau wußte, dass er Lang heißt, "...und Sie sind der Herr Kurz!?" - "Hähä, ...wie Lang", war seine Antwort. Ich bestätigte dann nochmal den Namen Kurz und stellte mich blöd, was er dann zum Anlass nahm, mich nochmals explizit zu korrigieren und zu sagen "mein Name ist Lang."

Nach dem Gespräch war ich zwar etwas schlauer als vorher, was die rein sachlichen Informationen betraf, aber auf der anderen Seite wurde mir auch bewusst mit welcher Sorte von Menschen ich mich die nächsten eineinhalb Jahrzehnte herumschlagen muss - großzügig gerechnet.

Für Leerkörper und Schulrektoren hatte ich schon in meiner Schulzeit herzlich wenig übrig. Es gibt nur 2 oder 3, die mir aus dieser Zeit in guter Erinnerung geblieben sind. Ich frage mich manchmal, ob man bescheuert sein muss, um diesen Beruf zu ergreifen oder ob man erst nachdem man diesen Beruf ergriffen hat, bescheuert wird. Womit wir auch gleich bei der Frage mit der Henne und dem Ei wären...

Natürlich, und damit sich hier keiner persönlich angegriffen fühlt, es gibt immer Ausnahmen. Und vermutlich sind Sie, der Sie dieses hier lesen und möglicherweise auch dem Lehrkörper angehören, genau eine von diesen Ausnahmen.

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Jubiläum und halber Geburtstag

Nachdem außer mir kein anderer den Blog von Anfang bis zum Ende durchgelesen oder wenigstens überflogen hat, weiß auch kein anderer außer mir, was heute für ein Tag ist:

Der wichtigste Tag im Leben eines Bloggers. Der Tag, der ihm beweist, dass sein Tun von Erfolg gekrönt ist und dass er etwas in seinem Leben gefunden hat, dem er sich nachweislich länger als 2-3 Monate widmete. Der Tag, an dem man Bilanz zieht, an dem man sich Gedanken macht und seine Konsequenzen zieht. Der Tag, der genau die Mitte bezeichnet bis zum nächsten wichtigen Jubiläum.

Deswegen werde ich mich jetzt mal 5 Minuten zur Meditation zurückziehen und mir überlegen, was ich in Zukunft noch besser machen werde.

Halloween oder Weihnachten?

Diese Dekorationszwänge jedes Jahr. Kaum hat man die Ostereier abgehängt und mal ein paar Wochen durch das pure, undekorierte Fenster schauen können, schon befindet man sich wieder unter dem gesellschaftlichen Druck, jahreszeitenkonform die Behausung zu dekorieren - nicht zuletzt deswegen, weil der Nachwuchs einen vehement und penetrant dazu auffordert.

Jetzt habe ich gestern zur Ergänzung des familieneigenen Weihnachtsdeko-Sortimentes ein weiteres hübsches Teilchen in grün-rot gekauft, schließlich gibt es ja schon überall Deko-Artikel für das Fest der Liebe.

Aber nein, heute mussten wir die Balkontüre zum Küchenbalkon erstmal mit Gruselkürbissen und schwarzen Katzen und Flattermännern und -frauen dekorieren, weil das Kind noch unbedingt ein bißchen Gruselstimmung vor Weihnachten haben wollte.

Jetzt frage ich mich natürlich, wie lange soll ich das dran lassen? Bis Anfang November? Oder bis Ende November und dann nahtlos in die Advents- und Weihnachtsdeko übergehen? Oder muss ich zwischendurch noch ein anderes Deko-Thema aufnehmen?

Aber eines weiß ich bestimmt: die Schneeflockendekoration am Kinderschlafzimmerfenster werde ich dieses Mal nicht bis zum Spätsommer dran lassen.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Mal ein dickes Lob an die Kaffeerösterei

Heute nachmittag fand ich in meinem Briefkasten eine Benachrichtigungskarte, dass in meiner Nachbarschaft ein Päckchen für mich abgegeben worden sei. Wenn ich Päckchen bekomme, freue ich mich immer wie früher als Kind zu Weihnachten, also ging ich gleich zu den Nachbarn und holte es ab.

Es war ein Wasserkocher von Tchibo. Vor genau 12 Tagen ist nämlich mein Wasserkocher von dieser Firma auf einen Schlag kaputt gegangen. Da das Gerät gerade mal 1,5 Jahre alt war, brachte ich es zurück in die Filiale, wo es gekauft wurde. Leider hatte ich keinen Kassenzettel, da ich diesen Wasserkocher geschenkt bekommen hatte. Aber dort hat die Filialleiterin absolut ohne Probleme mein Anliegen angehört, den Wasserkocher entgegen genommen und ein Retourenformular ausgefüllt.

Und heute habe ich einen nagelneuen Wasserkocher zugeschickt bekommen - das gleiche Modell, was ich seither hatte. Darüber habe ich mich wirklich gefreut, vor allem weil es auch so schnell und unkompliziert ging!

Feindbild

Das muss ich doch eben noch mal schnell aufschreiben, bevor ich es wieder vergesse. Gerade eben wollte ich mal schnell mit dem Staubsauger durch die Wohnung sprinten. Und wie das eben so ist, nach den ersten 2 Minuten bleiben die Kekskrümel da liegen, wo sie waren und der Staubsauger macht nicht die geringsten Anstalten, die Dinger einzusaugen. Aber: ein Staubsauger, der nicht saugt, taugt nichts (alte europäische Weisheit).

Die Anzeige für volle Staubsaugerwindeln leuchtete noch nicht rot, aber trotzdem kam nur ein minimaler entgegengesetzter Lufthauch aus der Düse. Erst dachte ich an Verstopfung. Ich kontrollierte erst den Staubsaugerbodensaugkopf (heißen die Teile so?), dann das daran befestigte Metallrohr... alles frei. Beim eigentlichen Staubsaugerschlauch wurde es schon etwas schwieriger, man kann nicht einfach durchgucken und sieht dann das Licht am anderen Ende des Schlauches. Die sollten vielleicht die Plastikadapter nicht immer ergonomisch gebogen gestalten, sondern lieber gerade, damit man sieht, ob Dreck drin steckt. Ich stocherte also ein paarmal mit einem Bleistift drin rum, aber offensichtlich war alles frei.

Also doch den Staubsauger öffnen. Tatsächlich: die Windel war voll! Ok, Staubsaugerbeutel vorsichtig rausnehmen und zum Müll balancieren, er war voll bis zur Unterkante. Dann anschließend einen neuen Beutel einlegen, zumachen, zwar mit ein bißchen Druck, aber es geht. Staubsaugerteile wieder zusammengesteckt und weitergesaugt. Die Krümel blieben immer noch liegen. Test. Keine Saugleistung. Nochmal alles auf Verstopfung untersucht. Gibt es eigentlich keine Haushaltsendoskope zur Fachmännischen Untersuchung von Staubsaugerrohren und -schläuchen??? Die ganze Kiste wieder auseinandergenommen, Beutel wieder raus, nochmal ein bißchen aufgeplustert, damit der Staub besser reinfliegen kann... wieder alles zusammen montiert.

Nächster Versuch. Wieder nix. Also die gleiche Prozedur noch mal von vorne. Als der Staubsaugerbeutelbehälter im Staubsaugerkorpus leer war, fiel mir auf, dass der Hausstaubmilbenfilter schon etwas sehr verbraucht aussah. Also diesen auch ausgewechselt, nicht ohne vorher diverse Falttechniken auszuprobieren, wie man diesen übergroßen Filter in diese Vorrichtung am besten reinzwängt. Irgendwie habe ich es geschafft - allerdings mit einem hübschen kleinen überstehenden Rüschenrand. Beutel wieder rein, Rohre und Schläuche zusammengeklemmt und dann erstmal Pause gemacht und diesen Beitrag geschrieben - aber nicht ohne vorher die Saugleistung getestet zu haben. Jetzt geht es.

Übrigens, das geht mir fast jedesmal so beim Staubsaugerbeutelwindeln wechseln. Und: das geht mir bei fast jedem Staubsaugermodell so. Offensichtlich sind Staubsauger und ich völlig imkompatibel. Oder gibt es noch mehr Menschen, die damit Probleme haben, speziell mit dem Austausch der Staubfänger??? Deswegen ist der Staubsauger auch mein erklärter Feind im Haushalt. Punkt.

Outing

Jetzt muss ich doch mal was von mir erzählen. Wenn ich morgens meinen PC anwerfe, dann sind die ersten Seiten sobald ich online gehe folgende: mein e-Mail-Account zum Checken neuer Nachrichten, die Wetterseite damit ich weiß was ich anziehen soll, die Online-Zeitung und, was ganz wichtig für mich ist, weil ich immer neugierig bin auf das Guut des Tages – hier klicken - und weil ich mir wirklich gerne die Beschreibungen für das Guut des Tages durchlese. Zeitweise konnte ich mich darüber schon schlapp lachen.

Und manchmal haben sie dort auch echte Schnäppchen, wie z. B. im Sommer diese Eismaschine, die normalerweise um die 100 € kostet und dort für ca. die Hälfte erhältlich war. Das Eis, was ich damit gemacht habe, schmeckte übrigens köstlich. Vielleicht sollte ich nochmal eines machen...

Samstag, 18. Oktober 2008

Neulich auf der Kreuzung

Vor ein paar Tagen stand ich mit meiner Tochter auf einer der vielen Verkehrsinseln einer Riesenkreuzung und wartete auf Grün. Während wir warteten fuhr ein verkleidetes Auto vorbei, welches der Silhouette nach als Mercedes zu identifizieren war.

Wir hatten in letzter Zeit schon des öfteren Erlkönige gesehen und ich hatte ihr das jedes Mal erklärt und auch die Bezeichnung Erlkönig dazu gesagt. Also fragte ich sie dieses Mal, ob sie wisse, wie man diese zugeklebten Autos nenne. Sie verneinte und bat mich, es zu verraten. Also sagte ich ihr, dass dieses Auto ein Erlkönig sei und erklärte ihr kurz, warum es noch abgeklebt ist.

Ihre Antwort auf meine Ausführungen: "Wenn Du mir das jetzt so sagst, dann glaube ich Dir das jetzt einfach mal." Ach, sie ist übrigens viereinhalb und ich war ganz schön von den Socken.

Freitag, 17. Oktober 2008

Ein kalter Hauch..

...wehte durch die Herbstnacht. Der Vollmond stand hell am Himmel und in seinem Licht konnte man schemenhafte Gestalten wahrnehmen. Fledermäuse flatterten in des Mondes Licht, Katzen sträubten sich auf den Dächern und ließen ihre Augen funkeln und in einem einsamen Haus am Waldesrand sah man eine unheimliche Fratze im Winde schwingen...

test

PS: Es war der Body von Klein-Lisa!

Witzige Babytextilien mit Halloween-Motiven gibt es hier - einfach auf den Body klicken.

Montag, 6. Oktober 2008

Hilfe, ich habe ein iChild

Jetzt habe ich vor 2 Wochen eine Webcam gewonnen und natürlich auch gleich angeschlossen. Wollte ja schließlich mal sehen, wie webogen ich so rüber komme. Aber lassen wir das...
Dafür hat meine 4-jährige Tochter eine 5-jährige Kindergartenkollegin, die zwar zu gleichen Teilen aus China und Malaysia kommt, aber letztlich doch nur 750 m Luftlinie von uns entfernt wohnt. Und was haben die beiden für ein Hobby? Richtig: sie chatten. Und nicht nur das, sie halten Video-Chats ab und zeigen sich gegenseitig ihre Barbies mitsamt Zubehör. Das ganze stundenlang, währenddessen ich mit der Mutter besagter Kindergartenfreundin ganz konventionell übers Telefon chatte und sie mir kompliziert und in nicht 100%igem Deutsch irgendwelche Versicherungsformulare zu erklären versucht, um mich dann zu fragen, wie sie diese ausfüllen soll. Hätte sie das mal lieber eingescannt und mir das im Rahmen eines Internet-Chats zugesandt, dann wären wir sicherlich weitergekommen.

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