Dienstag, 31. Januar 2012

Gäste-Austreibung – Buchrezension


Letzte Woche erhielt ich über die Plattform "Blogg dein Buch" ein Exemplar des Büchleins „Gäste-Austreibung – Ein Crashkurs für gequälte Gastgeber“von Martin Lagoda. Neugierig wie ich war nahm ich das noch eingeschweißte Buch mit in ein Wartezimmer, um mir mit der Lektüre die Zeit ein wenig zu vertreiben. Ich las in Anwesenheit mehrer fremder Personen das Inhaltsverzeichnis und musste schon öffentlich grinsen. Mit den erläuternden Worten im ersten Kapitel wurde es nicht besser, aus dem Grinsen wurde ein Kichern. Glücklicherweise war dann schon meine Wartezeit beendet und ich durfte das Buch erstmal aus der Hand legen.

Zuhause im geschützten Raum ohne Öffentlichkeit und nur in Anwesenheit meiner Tochter traute ich mich dann, weiterzulesen. Das war auch gut so, denn aus dem Kichern wurde ein Lachen, das mir zeitweise die Tränen in die Augen trieb. Meine Tochter schaute mich ziemlich verwundert an und fragte schon ganz besorgt, ob bei mir noch alles in Ordnung sei.



Das wollte ich erst einmal als Vorwarnung vorneweg schicken. Falls sich jemand dieses Buch kauft, sollte er bedenken, dass es zu hysterischen Lachanfällen kommen könnte – oder aber zu einem angewiderten Blick und der Verweigerung, diesen Ratgeber weiterzulesen. So geschehen, als ich diesen Ratgeber meiner Mutter gab. Womit wir gleich bei dem Humor sind, der in diesem Buch angesprochen wird. Dieser ist eher etwas für Leute, die auch über derben Humor lachen können und denen keine noch so menschliche Regung fremd ist. Mit anderen Worten: Wer sich darüber amüsieren kann, wenn ein Tisch voller nobler Gäste an vom Gastgeber erkochten Bauchschmerzen und Flatulenzen leidet, der dürfte mit diesem Buch einen Volltreffer landen. Wer aber über solche Sachen nur die Nase rümpfen kann, der sollte lieber die Finger vom Buch lassen.

Doch worum geht es eigentlich? Gäste-Austreibung ist ein leicht exorzistisch angehauchter Ratgeber, der wertvolle Tipps vermittelt, wie geplagte Gastgeber ihre abonnierten Gäste wieder loswerden -und zwar für immer. Nein, es geht hier nicht um Mord und Totschlag, sonder für immer bedeutet in diesem Fall nur, dass sich diese Gäste nie wieder blicken lassen werden, die einmal in den Genuss eines entsprechenden Themen-Abends gekommen sind.

Themen-Abende gibt es ein paar in diesem Buch, so zum Beispiel den russischen, den französischen und den italienischen. Jeder auf seine Art hochwirksam in der Gäste-Austreibung und vermutlich im Geiste vom Autor schon mehrfach durchexerziert. Zumindest stelle ich mir vor, dass der Autor Martin Lagoda schon einige Abende mit nervenden Gästen hinter sich hat, wenn er sich so detailliert ausmalt, wie Spezialitäten wie beispielsweise „Glocken der Heimat“ oder „Prärieaustern“ (mit Rezept) bei den eingeladenen Gourmets ankommen.

Neben den Anregungen zu den Themen-Abenden gibt es auch einige Tipps für zwischendurch, wie man Gäste wirksam und effektiv vertreiben kann. Unter vielversprechenden, schöngeistigen Überschriften wie „Stilvoll dekorieren“ oder „Ein Refugium gestalten“ finden sich noch zusätzlich  hochwirksame und sehr amüsante  Anregungen, wie man die Gäste auch mit nur kleinen Nadelstichen dauerhaft verkraulen kann.

Dass das ganze Werk unter Satire einzuordnen ist, dürfte sich von selbst verstehen. Aber alleine schon die Vorstellung, wie die Abende ablaufen könnten, sorgte bei mir zumindest schon für diebische Freude und herzhaftes Gelächter. Erschienen ist das Buch übrigens beim Schardt Verlag.

Der Autor Martin Lagoda interessierte sich schon seit seiner frühen Jugend für kulinarische Themen, wählte später auch sein Berufsfeld entsprechend und war Redakeur und Chefredakteur für namhafte Magazine wie „Der Feinschmecker“ oder „Essen & Trinken“. Heute arbeitet er als freier Autor.

Gäste-Austreibung. Ein Crashkurs für gequälte Gastgeber
Autor: Martin Lagoda
Ein satirisches Kochbuch
113 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-89841-622-1
€ 8,00

   

Donnerstag, 26. Januar 2012

The Artist - ab heute im Kino

Ein Film, den ich mir unbedingt anschauen möchte: "The Artist" - mehrfacher Abräumer bei diversen Preisverleihungen in jüngster Zeit...



"Eine einmalige Liebeserklärung an die Magie und Größe des Kinos: Dieser Film ist ein Ereignis. In Zeiten des 3D-Kinos und der Spezialeffekte, der Action-Spektakel, Romantic Comedies und Teenie-Filme, wagt THE ARTIST das Einzigartige. Im Verzicht auf Farbe und auf gesprochene Dialoge bringt er die Gefühle der größten Epoche des Kinos auf unsere Leinwände. Nominiert für 6 Golden Globes und prämiert mit dem Großen Preis von Cannes für den besten Hauptdarsteller (Jean Dujardin)."

Ab heute, 26. Januar 2012, im Kino!

   


Montag, 23. Januar 2012

Lesefreunde teilen Lesefreude - Buch-Schenker gesucht!

Eine interessante Aktion stellt derzeit der Börsenverein des Deutschen Buchhandels auf die Beine: "Lesefreunde teilen Lesefreude". Dazu werden 33.333 Lese-Fans gesucht, die ihre Freude am Lesen gerne mit den Menschen teilen möchten, die bislang wenig, selten oder gar nicht lesen.

Dazu können sich die Lese-Fans registrieren und als Buch-Schenker aus einer Liste von 25 Titeln ihren Favoriten auswählen, den sie gerne an Nichtleser im Rahmen der Aktion "Lesefreunde" verschenken möchten. Wer als Buch-Schenker ausgewählt wird, bekommt voraussichtlich Ende März, Anfang April 30 Exemplare des von ihm favorisierten Titels, damit er diese Bücher dann weiter verschenken kann, zum Beispiel an Freunde, Bekannte, Kollegen, Nachbarn...

Mehr Informationen gibt es direkt hier auf der Seite des Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Ich finde, das ist eine ganz tolle Aktion und selbstverständlich habe ich mich gleich eingetragen und die Buchtitel bestellt, die ich gelesen und für gut bzw. empfehlenwert befunden habe.

Flohalarm


Sobald es jetzt wieder wärmer wird und Hund und Katz' wieder mehr Zeit im Freien verbringen werden, steigt auch ganz vehement das Risiko, dass sich das tierische Familienmitglied einen ungern gesehenen Gast einfängt. Diese Art von Gästen, die sich einen mollig warmen Wirt aussuchen und sich auf diesem satt fressen und sich lustig, munter und hemmungslos vermehren, sind bei Mensch und Tier gleichermaßen unbeliebt. Nicht nur die Bisse von Flöhen sind höchst unangenehm, sondern diese kleinen Tierchen können auch Krankheiten übertragen.



Wessen Hund oder Katze schon einmal von Flöhen heimgesucht wurde, der weiß, dass diese Biester ziemlich hartnäckig sein können und man sie leider oft erst bemerkt, wenn sie sich schon im Fell eingerichtet haben und zu einer kleineren oder größeren Sippschaft angewachsen sind.

Aber zum Glück gibt es „Dr. Flea & Mrs. Fox and their incredible Crew“, die sich heldenhaft dieser Plage der Haustiere annehmen. Auf der Seite www.fleafox.de kann man in einem spannenden Comic dabei sein, wenn Dr. Flea und Mrs. Fox den Kampf gegen den Bösewicht Dr. Flavius Flohtex aufnehmen.

Dr. Flea und seine Assistentin Mrs. Fox trinken gerade einen Kaffee im Labor, so mal zwischendurch, als Rufus herein kommt und nicht gerade fröhlich aus der Wäsche schaut. Dr. Flea und Mrs. Fox sehen gleich was da los ist: Rufus ist heimgesucht von der Flohplage! Schnell eilen die beiden in die Zentrale und sehen auf einem riesigen Bildschirm, wie sich die Flohplage rasant ausbreitet und wo sich die Epizentren befinden. Schnelles Handeln ist erforderlich!

In der Zwischenzeit meldet sich der Mega-Bösewicht Dr. Flavius Flohtex per Video-Telefonie bei Mr. Flea und kündigt mit bösartiger Stimme an, dass bald die ganze Welt mit einer Super-Flohplage infiziert werden soll. Ein schrecklicher Gedanke!

Die Zeit ist knapp, Dr. Flea und seinem Team bleibt nicht viel Spielraum um energisch gegen die angekündigte Flohplage anzugehen. Unter Hochdruck arbeiten sie an einem Gegenmittel, um der Bedrohung von Dr. Flavius Flohtex etwas wirksames entgegen setzen zu können. Wer wird siegen? Dr. Flohtex mit seiner Flohplage oder Dr. Flea & Mrs. Fox mit ihrem Gegenmittel? Ein Wettlauf der Zeit beginnt...

Wer wissen möchte, wie die Geschichte weiter geht, kann sich auf der Seite www.fleafox.de eintragen und wird über neue Folgen dieser Kampagne informiert.

Übrigens findet man sowohl Dr. Flea als auch Mrs. Fox auf Facebook. Die Fanseite von Dr. Flea ist unter http://www.facebook.com/doktor.flea erreichbar und einen Freundschaftsantrag an Mrs. Fox kann man über die Seite http://www.facebook.com/misses.fox stellen.



Blog Marketing Dies ist eine von Hallimash vermittelte Kampagne

Mittwoch, 18. Januar 2012

Im Butterfieber

Na, ich will Euch ja nicht langweilen, aber...

Die Butter von neulich war schnell aufgebraucht, also habe ich soeben die nächste Portion gemacht. Dieses Mal die doppelte Menge der Zutaten genommen, also zwei Becher Sahne statt einem und vier Esslöffel Sauerrahm statt zwei. Außerdem dachte ich mir, ich probiere es heute mal mit motorisierter Technik und nahm den Zauberstab statt im Einmachglas zu schütteln.

Das funktionierte ganz hervorragend, geht natürlich ein wenig schneller als ganz von Hand und ohne Strom und von der Menge her habe ich dieses Mal ein Reisschüsselchen fast bis zum Rand gestrichen voll bekommen. Das steht abgedeckt im Kühlschrank, damit der Inhalt fest wird.

Ich hatte ja heute schon richtige Lust semiprofessionell in die Butterproduktion einzusteigen. Eigentlich dachte ich, man kann bestimmt so eine Buttermühle oder handbetriebene Zentrifuge irgendwo in den Weiten des Internets finden. Ich stellte mir so ein Teil gläsern, mit Rührmechanismus im Inneren und mit Kurbel außen vor. Die Vorstellung war auch ziemlich gut, das einzige Problem war, dass man solche Teile nur als Antiquitäten zu bekommen scheint. Jedenfalls habe ich keine neue Buttermühle entdeckt und eine alte wollte ich nicht kaufen. Da habe ich so meine Vorurteile...

Also, falls jemand von Euch eine Idee hat oder genau weiß, wo man solche Dinger herbekommt, dann schreibt es mir doch bitte am besten ins Kommentarfeld. Danke schon mal!

Ich war nämlich außer in den Weiten des Internets auch bei uns in der City unterwegs und bin extra in die Haushaltswarengeschäfte gegangen die so ein bißchen "old school" sind. Da bekommt man dann auch allerlei Zeug, was gar nicht mehr in die Designerkochwelten von heute passt. Aber so etwas hatten sie auch nicht. Dafür habe ich jetzt ein Milch-/Joghurt-/Käsethermometer und Starterkulturen für Joghurt. Ihr seht schon, es geht jetzt bald los hier. Bald stelle ich mir dann noch eine Kuh auf den Balkon.



Da fällt mir noch ein, dass ich ja auch noch ein ganz bestimmtes Butteraufbewahrungsgefäß kaufen wollte. Auch das gab es nirgends in der Stadt. Wo leben wir eigentlich? Ich wollte eine runde Porzellanbutterdose oder auch aus Keramik, deren Deckel wie ein zylinderförmiger Stopfen ist, den man mit der frischen handgemachten Butter befüllen kann, so lange sie noch weich ist. Dann stülpt man den Deckel auf die Dose, die etwas breiter als die zylindrische Butteraufbewahrung ist und in der Wasser zur Kühlung der Butter ist. Damit kann man nämlich die Butter außerhalb des Kühlschranks aufbewahren und durch Wasserkühlung frisch und gleichzeitig auch streichfähig halten. Im Internet wurde ich dann fündig.



Das ist nämlich ein Unterschied zur gekauften Butter. Die lässt sich ja meistens auch direkt nach der Entnahme aus dem Kühler gut aufs Brot streichen. Die selbstgemachte Butter hingegen ist dann ein wenig spröde und lässt sich nicht so gut verteilen. Übrigens, in der selbstgemachten ist nur Sahne und Sauerrahm drin. Was macht dann die gekaufte Butter so geschmeidig???

Übrigens, ich hatte ein ganzes Glas leckere Buttermilch, die ich mit Gewürzsalz, Cayenne und schwarzem Pfeffer gewürzt getrunken habe. Sehr lecker!

 

Sonntag, 15. Januar 2012

Butter selber machen

Heute hatte ich mal wieder so landfräuliche Anwandlungen und wollte unbedingt etwas selbst machen. In diesem Fall wollte ich Butter machen, weil ich doch neulich so ein tolles Buch zur Rezension bekommen habe.

Die Zutaten hatte ich in etwa zuhause, nämlich Sahne und saure Sahne. Und natürlich ein sauberes einigermaßen großes Schraubdeckelglas. In dieses habe ich dann den Becher Sahne zusammen mit zwei Esslöffeln saurer Sahne reingekippt, kurz verrührt und dann angefangen zu shaken... laut Buch mindestens 10-15 Minuten.

Nach einer Viertelstunde hatte ich zwar das Gefühl, als ob ein Klumpen im inneren des Glases entstanden sei, aber gesehen habe ich nichts, weil alles total weiß und voller aufgeschlagener Sahne war. Also mal kurz aufgeschraubt und reingeschaut und versucht, die entstandene Buttermilch abzugießen. Nur, das Zeug war so dickflüssig, dass es irgendwie keine Restflüssigkeit vom Butter machen sein konnte.

Also wieder zugeschraubt und weiter geschüttelt und geschüttelt und geschüttelt. Ich hatte so langsam den Eindruck, das Zeug wird fester und kurz darauf, ganz schlagartig, hatte ich auf einmal ziemlich dünne Flüssigkeit im Glas. Alles weiß versteht sich, so dass ich kaum erkennen konnte, was da drin tatsächlich statt fand.



Auf Verdacht noch eine Weile den Shaker gemimt und irgendwann sah ich doch am Glasboden tatsächlich gelbliche Klümpchen. BUTTER!!!! Nach einer angemessenen Weiterschüttelzeit habe ich dann die dünne Flüssigkeit in ein Trinkglas abgelassen und angefangen zu klären. Also kaltes Wasser ins Glas gießen und wegschütten, sobald dieses nach dem Schütteln milchig wird. Das macht man so lange bis das Wasser klar bleibt.

Mittlerweile hat mein gutes Kind die teuer hergestellte Buttermilch kurz probiert und dann heimlich weg gekippt. Dann spöttelte sie noch über meine Begeisterung wegen der selbst gemachten Butter, frei nach dem Motto, ob das denn jetzt die erste Butter sei, die ich je gesehen habe. Später aber meldete sie gleich Anspruch darauf an, morgen auf dem Schulvesper auf jeden Fall die selbst hergestellte Butter drauf zu haben...

Ich habe ein wenig von der Butter probiert und muss sagen, sie schmeckt hervorragend! So gute Butter bekommt man nicht im Laden, schon gleich gar nicht im Supermarkt. Die gute Butter eben!

Mal sehen, wie oft ich das jetzt machen werde...

Freitag, 13. Januar 2012

Joghurt, Quark und Käse natürlich selbst gemacht – Buchrezension


Über die Plattform Blogg dein Buch habe ich vom Ulmer Verlag das Sachbuch „Joghurt, Quark und Käsenatürlich selbstgemacht“ von Cosima Bellersen Quirini erhalten. In Zeiten, in denen Krise und Skandale zum täglichen Wortschatz gehören und in denen „Do it Yourself“ eine immer größere Bedeutung zugemessen wird, ist es sicherlich auch ganz nützlich, ein Sachbuch über die Herstellung verschiedenster Milchprodukte im Hause zu haben.

Ich kann mich durchaus noch daran erinnern, dass meine Großmutter auf dem Lande hin und wieder selbst Käse, regelmäßig aber Buttermilch, Joghurt und Kefir hergestellt hat. Heute dürften die meisten Leute nicht mehr wissen, wie man derartige Produkte herstellt, auch wenn es nur von Vorteil sein kann, die Produktion selbst in die Hand zu nehmen.

Das Buch ist sehr übersichtlich aufgeteilt, zunächst mal bekommt man eine kleine Übersicht der guten Gründe, die für die Eigenproduktion sprechen und gleich darauf eine mehrseitige Basislektion, worauf man bei der Herstellung eigener Molkereiprodukte achten sollte und was man alles dazu benötigt. Kein Angst, man muss dazu seine Küche nicht in eine Käserei umbauen, wenn man normale Haushaltsmengen herstellen möchte.

Und dann geht’s los: zunächst einmal mit Milchküche, zu der die Herstellung von Buttermilch, Joghurt oder Kefir gehört. Wer schon einmal selbstgemachten Joghurt mit gekauftem verglichen hat, weiß dass der selbstgemachte um Klassen besser schmeckt!



Danach finden wir einige Rezepte aus der Rahmküche, zu der die Herstellung von Butter, Butterschmalz oder Crème fraîche gehört. Ganz besonders interessant für mich war die Produktion von Butter und vor allem deren Verfeinerung. Hier gibt es jede Menge Anregungen, um Butter zu einer wahren Delikatesse werden zu lassen (jetzt brauche ich eigentlich nur noch ein Brotbackbuch...). Ein frisches, gutes Brot und eine leckere Butter – was braucht man mehr!?

Im dritten Teil des Buches findet man dann auf ca. 75 bebilderten Seiten nur noch Käserezepte. Aber hier wirklich alles, was das Herz begehrt. Von Mozzarella über Frischkäse zu Harzer oder Camembert. Und natürlich auch verschiedene Hartkäse, die mir persönlich aber dann zu aufwendig in der Herstellung und vor allem in der Überwachung sind. Ich bin derzeit eher nicht so erpicht darauf, einem Käse ein paar Wochen beim Reifen zuzuschauen und darüber Buch zu führen.

Aber die schnellen Käse wie Frischkäse oder Mozzarella, die werde ich auf jeden Fall ausprobieren. Bald werden die Temperaturen ja wieder milder und man kann schöne Sonntagsfrühstücke auf dem Balkon halten – am liebsten auch hier mit frischem Brot und selbstgemachtem Käse.

Speziell für den Frischkäse kann man sich in diesem Buch viele Anregungen holen, die aus dem Frischkäse eine echte Attraktion werden lassen, so zum Beispiel à la julienne mit fein geschnittenen Gemüsestrifchen oder à la princesse mit Spargelspitzen, Trüffeln und Champignons. Wer Gäste erwartet, kann hier statt der inzwischen üblichen Gourmet-Kocherei doch mal ganz zünftig und lecker frische und selbstgemachte Käsespezialitäten anbieten, zusammen mit Radieschen, Lauchzwiebeln und gutem Wein oder Bier sicher eine schöne Alternative. Und vor allem spart es der Gastgeberin das Pendeln zwischen Küche und Esszimmer, da sich ja alles schön vorbereiten lässt.

Auf den letzten Seiten dieses Buches finden wir noch eine Hilfe für die Fehlersuche, falls irgend etwas nicht so geklappt haben sollte, wie vorgesehen, die berühmten FAQ und Quellen für Käsereibedarf, Milchbeschaffung und weitere Informationen.

Joghurt, Quark und Käse
natürlich selbstgemacht
Cosima Bellersen Quirini
Ulmer Verlag
148 Seiten, broschiert
ISBN-10:3800176505
ISBN-13:978-3800176502
€ 14,90
 
Nachtrag:

Soeben habe ich Butter gebastelt, nach Anleitung dieses inspirierenden Buches. Und es ist tatsächlich etwas geworden. Jetzt habe ich den Butterklumpen kühl gestellt und nachher werde ich ihn fotografieren und das Foto hier mit einbauen. Wenn man das dreimal die Woche macht, dann bekommt Muskeln...



   

Dienstag, 3. Januar 2012

Lesezeit: Dem Tod auf der Spur: Dreizehn spektakuläre Fälle aus der Rechtsmedizin - Michael Tsokos

Und noch ein Buch. So wie es aussieht habe ich derzeit ein Faible für leicht morbide Lektüre, die aber einen absoluten Realitätsbezug hat und nicht im Bereich Fantasy & Fiction angesiedelt ist.

Taschenbuch


Diesmal "Dem Tod auf der Spur: Dreizehn spektakuläre Fälle aus der Rechtsmedizin" von Michael Tsokos, der nicht nur Autor ist, sondern selbst Leiter der Abteilung Rechtsmedizin an der Berliner Charité - die größte ihrer Art in Deutschland. Mit anderen Worten: Tsokos weiß wovon er spricht und gibt zwar wenig appetitliche, aber dafür interessante Einblicke in einen Bereich, der den meisten Leuten zumindest zu Lebzeiten wohl verborgen bleibt. Man darf sozusagen hautnah dabei sein, wenn nach Todesursachen bei ums Leben gekommenen Menschen gesucht wird.

eBook für Kindle


Zunächst einmal steht immer die Entscheidung für den Rechtsmediziner im Raum, ob es ein Unfall, ein Tötungsdelikt oder ein Suizid war, der zu untersuchen ist. Das scheint nicht immer ganz einfach zu sein, denn was wie ein Unfall wirkt, kann durchaus auch ein Tötungsdelikt oder ein Suizid sein, oder was wie ein Suizid inszeniert wurde, kann der Versuch sein, ein Tötungsdelikt zu vertuschen.

Hörbuch



Außerdem geht es auch darum, den möglichst genauen Zeitpunkt zu ermitteln, wann der Mensch gestorben ist, was wiederum wichtig ist, wenn man einen Täter finden oder überhaupt erst einmal einen Tatverdächtigen ausfindig machen möchte.

An dreizehn Fällen werden die unterschiedlichsten Varianten gezeigt, informativ aufbereitet und doch auch spannend beschrieben. Auch dieses Buch ist nicht unbedingt für zartbesaitete Naturen, sondern eher für die mit dem leichten Hang zum Voyeurismus.

Taschenbuch


Wer den ersten Band gelesen hat, den interessiert vielleicht auch noch der zweite. An diesem bin ich momentan dran und kann nach ungefähr der Hälfte des Buches sagen: es bleibt spannend, interessant und wenig appetitlich. Mit dem Titel "Der Totenleser: Neue unglaubliche Fälle aus der Rechtsmedizin" schreibt Tsokos sozusagen eine Fortsetzung und räumt weiter mit den Vorurteilen auf, die sich aus den derzeit gefragten TV-Serien ergeben, in denen schrullige Gerichtsmediziner im Alleingang und neben Leichen vespernd die kompliziertesten Fälle auf skurrile Art und Weise lösen.


eBook für Kindle                 Hörbuch 



Dem Tod auf der Spur: Dreizehn spektakuläre Fälle aus der Rechtsmedizin
Autor Michael Tsokos
Ullstein Taschenbuch Verlag
Taschenbuch 272 Seiten
ISBN-10: 354837347X 
ISBN-13: 978-3548373478
€ 8,95




Der Totenleser: Neue unglaubliche Fälle aus der Rechtsmedizin

Autor Michael Tsokos
Ullstein Taschenbuch Verlag
Taschenbuch 256 Seiten

ISBN-10: 3548373429 
ISBN-13: 978-3548373423
€ 8,95


   

Montag, 2. Januar 2012

Lesezeit: Was vom Tode übrig bleibt: Ein Tatortreiniger berichtet - Peter Anders

Wie bereits erwähnt sind die Tage rund um den Jahreswechsel ideal für mich, kiloweise Bücher zu lesen. So intensiv komme ich sonst das ganze Jahr nicht dazu. Vorteil ist, meine Tochter liest auch, so dass wir uns beide nicht gegenseitig nerven, sondern jeweils in unsere Bücher vertieft sind.

Dieses Mal geht es um das Buch "Was vom Tode übrig bleibt: Ein Tatortreiniger berichtet" von Peter Anders. Ich hatte dieses Buch schon im Herbst mal im Buchhandel entdeckt und mich prompt gleich mittendrin festgelesen und vor mich hingeschmunzelt. Naja, da hatte ich auch die einzige Geschichte erwischt, in der es nicht darum ging, die Überreste nach dem Tod eines Menschen zu entfernen. Ich kaufte das Buch damals nicht, weil ich nicht wollte, dass meine Tochter einfach Zugang zu dieser Art von Literatur hat. Sie ist jetzt in dem Alter, in dem sie alles liest, was ihr in die Hände kommt. Jetzt habe ich es mir aber über die Feiertage ausgeliehen, d. h. das Buch verschwindet dann auch wieder aus unserem Haushalt und das war für mich damit absolut vertretbar.

Taschenbuch


Die Schreibweise von Peter Anders ist trocken, fast schon witzig durch seine Vergleiche, die er immer wieder anstellt und die im normalen Leben so gar nichts mit dem Sterben und was davon übrig bleibt zu tun haben. Oder zumindest bringt man manche Dinge nicht so krass in Zusammenhang. Wer denkt schon beim Garen von Festtagsbraten an etwas anderes als Gänse, Schweine oder Rinder im Ofen?

eBook für Kindle


Peter Anders berichtet von seinen Fällen, zu denen er gerufen wird, wenn Feuerwehr, Notarzt, Polizei und Angehörige nichts mehr tun können und er letztlich nur noch beauftragt wird, sämtliche Spuren zu beseitigen, die der Verstorbene nach seinem Ableben hinterlassen hat. Oft sind das recht heftige Spuren, abhängig davon wie der Mensch ums Leben kam oder wie lange er von seinen Hinterbliebenen - sofern er welche hatte - nicht vermisst wurde.

Es ist sicherlich kein Buch für zartbesaitete Menschen und auch nicht unbedingt dafür gedacht, es mal so eben neben dem Essen zu lesen - das sollte man ja ohnehin nicht tun. Aber wer einen überaus interessanten Blick in das Berufsbild eines Tatortreinigers werfen möchte, der sollte sich dieses Buch zulegen. Ich habe das Buch gerne und in einem Zug durchgelesen. Es ist spannend und trotz des ernsten Themas mit einer Art von trockenem Humor geschrieben, der mir sehr gelegen kommt. Absolut empfehlenswert für Leser, die sonst immer nur Thriller lesen, die bekanntlich in den meisten Fällen nur wenig mit der Realität zu tun haben.

Nach dieser Lektüre ruft man vielleicht doch ein bißchen öfter bei seinen älteren Verwandten an und erkundigt sich nach deren Wohlergehen...

Was vom Tode übrig bleibt: Ein Tatortreiniger berichtet
Autor Peter Anders
Heyne Verlag
Taschenbuch 256 Seiten
ISBN-10: 345360184X 
ISBN-13: 978-3453601840
€ 8,99


   

Sonntag, 1. Januar 2012

Lesezeit: Der Fall Collini - Ferdinand von Schirach

Die Zeit um Weihnachten und Jahreswechsel ist immer ganz besonders geeignet um zu lesen. Zumindest für mich. Eines der Bücher, die ich jetzt gelesen habe, ist "Der Fall Collini" von Ferdinand von Schirach.

Ein junger Anwalt, der sich gerade erst mit seiner Kanzlei niedergelassen hat, bekommt seinen ersten Fall, und zwar eine Pflichtverteidigung, die er erstmal leichtfertig annimmt und dann mit dem Gedanken spielt, diese wieder loszuwerden.

Buch

Ein älterer Großindustrieller ist in seinem Hotelzimmer auf brutale Art und Weise ermordet worden, der Täter hat sich danach ohne Gegenwehr in der Hotellobby festnehmen lassen und gab auch zu, die Tat begangen zu haben. Jedoch zum Motiv schweigt er eisern.

eBook für Kindle


 Erst im Laufe der Handlung, die zwischen Gegenwart und Vergangenheit pendelt, erfährt man nach ca. zwei Dritteln des Buches, aus welchem Motiv der Täter gehandelt hat. Entsprechend scheint sich damit auch vor Gericht eine Wendung im Fall Collini anzubahnen, angesichts der neuen Erkenntnisse und der Beleuchtung des Motivs. Aufgrund eines Irrtums in der Gesetzgebung, der lange Zeit nicht bemerkt worden war, scheint auf einmal legal zu sein, was aus moralischen Aspekten von vorneherein als illegal bezeichnet werden muss. Das Buch endet mehr oder weniger überraschend, aber nicht ohne eine gewisse Sympathie mit dem Mörder des Großindustriellen zu hinterlassen.

Hörbuch auf CD

Ich habe dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen, besonders ab ungefähr Seite 120 konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, was hinter der ganzen Geschichte steckt. Es ist kein Kriminalroman, wie mancher vielleicht erwarten mag, sondern eher ein Roman über den ersten Fall eines Strafverteidigers und die damit verbundenen Verstrickungen.

Der Roman ist schnörkellos geschrieben, verzichtet auf Effekthascherei und ist trotzdem sehr gut lesbar und zugleich fesselnd und spannend. Der Schreibstil von Schirachs kommt mir sehr entgegen, weil er gut auf langweilige endlose Detailbeschreibungen verzichten kann und trotzdem alle Informationen liefert, die der Leser benötigt um die Hintergründe zu verstehen und sich in der Situation einzufinden.

Der Autor Ferdinand von Schirach ist selbst Jurist und betreibt eine Anwaltskanzlei für Strafrecht in Berlin.

Der Fall Collini
Autor Ferdinand von Schirach
Piper Verlag
geb. Ausgabe 208 Seiten
ISBN-10: 3492054757 
ISBN-13: 978-3492054751
€ 16,99

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